Manche Meldungen erinnern an Satire. Was die Journalisten der Tagesschau bisweilen von sich geben, ist mehr als bedenklich, aber diesmal haben sie den Vogel abgeschossen. In dem aktuellen Artikel werden allein wegen der politischen Bewertung Täter und Opfer vertauscht. Es hat einen Grund, warum hier der Angeklagte vor Gericht steht, und nicht das Opfer. Der Zweck heiligt nunmal nicht die Mittel, und ein Agent Provocateur ist auch kein „Aufklärer“.
Im Übrigen sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass das gesamte Video mittlerweile weitgehend ungeschnitten im Netz zu sehen ist. Dabei kam das heraus, was man sich bereits denken konnte. Das Opfer, das sich offenkundig nicht mit Ruhm bekleckerte, zeigte sich zwar für einiges offen, lehnte jedoch rechtswidrige Machenschaften pauschal ab. Dass es in einem späteren Verfahren zu einer Verurteilung wegen Korruptionsdelikten kam, wurde zwar von der Tagesschau mit der Ibiza-Affäre in Zusammenhang gebracht, es handelte sich jedoch bei der Geschichte mit den Privatkliniken um eine andere Tat. Es scheint sich damit ein Muster zu bestätigen, dass jedoch objektiv nicht vorlag. Auf Korfu gab es strafrechtlich relevante Korruption, auf Ibiza jedoch nicht.
Der Sache nach haben wir es bei den Parteispenden des Klinik-Betreibers mit einer Parallele zur Flick-Affäre zu tun. Damals ist Wirtschaftsminister Otto von Lambsdorff zurücktreten. Im nachfolgenden Strafverfahren wurde er wegen Steuerhinterziehung zu einer Geldstrafe verurteilt, jedoch bezüglich des Vorwurfs der Bestechlichkeit aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Das ist ungewöhnlich, denn wenn ein Eröffnungsbeschluss ergeht, bringt das Gericht zum Ausdruck, dass es auf Basis der Aktenlage eine Verurteilung für wahrscheinlich hält. Offenbar hat man die Beweise später anders gewürdigt.
