Wer kennt nicht den Kaffeebecher in der Firma mit der Aufschrift „Team“, oder die Werbung der Polizei als „Freund und Helfer“? Diese PR-Kampagnen beruhen regelmäßig auf Umfragen. Da fragt z.B. ein Meinungsforscher die Belegschaft eines Unternehmens, was dort am meisten vermisst wird. Die Top-Antwort lautet „Teamgeist“. Oder man befragt die Bürger auf der Straße, was ihnen an der Polizei missfällt. Die beiden Top-Antworten lauten, dass die Beamten „unfreundlich“ wirken und „keine Hilfsbereitschaft“ signalisieren. In der Propaganda wird der Sollzstand behauptet, als ob es der Istzustand sei.

Wenn man diesen Gedanken weiterentwickelt, was ist die „Qualitätspresse“ nicht? Was ist das „beste Deutschland, das es jemals gegeben hat“ nicht?

Es gibt übrigens noch eine weitere Kategorie, die nur dazu dient, die Alltagsrealität der Mehrheit zu verschleiern, der sog. „Schnitt“. Was heißt es wirklich, wenn „die Deutschen“ im Schnitt immer reicher werden? Sind Sie reicher geworden? Also ich merke nur, dass beim Rewe die Preise massiv angezogen haben. Mein Wocheneinkauf, der früher noch 40 € gekostet hat, kostet mittlerweile 60 €. Dafür sind seit 2019 meine Mandate um ca. 80% eingebrochen. Gut, vielleicht bin ich auch nur einer der Einzelfälle, wie jeder andere auch. Oder vielleicht liegt es daran, dass ich gerne kritische Blogbeiträge schreibe.

Warum „die Deutschen“ immer reicher werden, hat übrigens einen Grund. Dieser Grund wurde vor vielen Jahren in der ZDF-Kindersendung Rappelkiste in der Folge „Vom Bauen und Wohnen“ erklärt, gegen die Eltern damals übrigens noch Sturm gelaufen sind. Der gute Herr Vogt – tolle Namenswahl übrigens – hat mit seinen Mietern ein Nullsummenspiel am Laufen. Er gewinnt, was sie verlieren. Der Witz liegt jedoch darin, dass seine Immobilien auch noch an Wert gewinnen. Damit steigt sein Vermögen nochmals an, weit über das hinaus, was er von seinen Mietsklaven reinholt. Die Immobilien gewinnen derzeit massiv an Wert. Deshalb werden „die Deutschen“ im Schnitt reicher. Herr Vogt hat den Bogen raus. Doof halt nur, dass nicht jeder eine Immobilie besitzt. Natürlich hat man das Problem auch schon früher erkannt und entsprechende Lösungsansätze entwickelt, aber die sind quasi aus der Mode gekommen.