Nachdem die GroKo mit Zustimmung der SPD den Staatstrojaner nun endlich doch noch hat, ist es an der Zeit mit einem Missverständnis aufzuräumen. Computer und Handies werden bereits vollständig überwacht, nur bislang noch nicht von deutschen Behörden im eigenen Auftrag. Die können diese Daten von unseren transatlatischen „Partnern“ im Wege der Amtshilfe erhalten, sofern keine nationalen Interessen der USA gefährdet sind. Da kann es in Einzelfällen leider auch schon mal zu marginalen Koordinationsproblemen kommen.

Trivia am Rande: Auf ihrer Festplatte befindet sich eine Partition mit der Bezeichnung „Z“. Die ist ca. 100 MB groß, und man kann sie nicht ansprechen. Das heißt, Sie und ich können sie nicht ansprechen. Es ist jedoch ein denkbares Szenario, dass sie von Dritten angesprochen werden kann. Desweiteren sollten Sie sich mal Gedanken machen, bei wem die Daten Ihres kostenlosen(!) Schadsoftwarescanners landen. If the service is free you are the product.

Damit kann man die Geschichte mit dem Staatstrojaner abschließend bewerten. Es entsteht dadurch lediglich das zusätzliche Risiko, dass die Bürger von deutschen Behörden im eigenen Auftrag ausgeforscht werden. Ob das gut oder schlecht ist, hängt davon ab, wer die Behörden leitet. So hat man in Berlin z.B. „die gesamte Führung fast aller Berliner Sicherheitsbehörden ausgetauscht und dort ziemlich gute Leute reingebracht„. Wenn das mal kein Grund zur Freude ist, dann weiß ich auch nicht. Im Übrigen kann man damit die Krypto-Debatte ad acta legen, denn der Zugriff erfolgt dann vor der Verschlüsselung.

 

P.S.: Die Grünen wollen den Staatstrojaner natürlich auch. Alle rechtschaffenen „Demokraten“ wollen ihn, und die anderen wollen ihn im Prinzip auch, haben jedoch Bedenken, dass er zur Bekämpfung der Opposition eingesetzt werden könnte. Überaus witzig sind die Verrenkungen der ehemaligen SED. Die will zwar mit ihrer Stasi-Vergangenheit nichts mehr zu tun haben, aber in der Not frisst der Teufel Fliegen.