Der Spiegel berichtet, mit einem Titelbild, wie es schöner nicht sein kann, dass ein gewisser Jack Smith eingesetzt worden sei, um dem postmodernen Ersatzteufel endlich das Handwerk zu legen. Nachdem die bösen Republikaner den guten Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus abgerungen haben, soll es nun offenbar die Inquisition richten. Durch die Robe und den erbarmungslosen Blick werden Erinnerungen Bernardo Gui aus „Der Name der Rose“ geweckt, aber die größte Ähnlichkeit hat er mit Otto Hightower aus House of the Dragon. Man könnte fast meinen, es sei derselbe Schauspieler.

Auch der dualistische Konflikt zwischen Gut und Böse, zwischen den US-Demokraten, der Partei des US-Präsidenten und Großmeisters der Großloge von Tennessee Andrew Jackson, und den US-Republikanern, die aus der Anti-Freimaurer-Partei hervorgingen, der bereits von Papst Leo XIII in der Enzyklika Humanum Genus thematisiert wurde, scheint dabei durch die Kulissen hindurch. Wenn so oft behauptet wird, die Demokratie in den USA sei in Gefahr, dann sind in Wirklichkeit die Ideale der Freimaurerei in Gefahr. Nicht umsonst ist das US-Kapitol ihr zentraler Tempel, der auf den Staatsgründer George Washington zurückgeht, dem man dafür ein Monument gesetzt hat. Wer glaubt, das sei eine Verschwörungstheorie, sollte sich einfach mal die Gegner anschauen und sich fragen, wo sie geblieben sind. Aktuell stehen China, Russland und der Islam auf der „to-do-list“. Der Rest wurde bereits abgearbeitet.

Dass irgendwelche unbekannten Oberen im Hintergrund die Drähte ziehen, mag zwar bisweilen so scheinen, ist jedoch nicht mehr erforderlich, denn die Ziele der Freimaurerei sind heute allgemein akzeptierte Werte, auf denen mittlerweile alle westlichen Gesellschaftsordnungen basieren. Immer wenn in Sonntagsreden die Rede von gemeinsamen Werten ist, geht es um Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Humanität und das Projekt der Vereinten Nationen. Wenn das Überkommene, das Reaktionäre, der postmoderne Faschismus, aus dem Keller der Geschichte hervorkriecht, beginnt der Kampf auf’s Neue.