{"id":54202,"date":"2025-07-17T08:30:23","date_gmt":"2025-07-17T06:30:23","guid":{"rendered":"https:\/\/ra-domanski.de\/page\/?p=54202"},"modified":"2025-10-24T05:46:51","modified_gmt":"2025-10-24T03:46:51","slug":"zur-plagiatsforschung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ra-domanski.de\/page\/zur-plagiatsforschung\/","title":{"rendered":"Zur Plagiatsforschung"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Ein \u00f6sterreichischer &#8222;Plagiatsforscher&#8220; will <a href=\"https:\/\/t1p.de\/md4qn\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ungereimtheiten<\/a> in der Dissertation der Kandidatin erkannt haben. Diese Behauptung konnte nun durch ein <a href=\"https:\/\/t1p.de\/uw2rd\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Privatgutachten<\/a> entkr\u00e4ftet werden. Darin hei\u00dft es, die Vorw\u00fcrfe seien unbegr\u00fcndet und h\u00e4tten keine Substanz. Vermutlich werden die Kollegen nicht darauf abstellen, dass jeder mit ein paar Filzstiften auf den Seiten rumkritzeln kann, sondern auf das Priorit\u00e4tsprinzip hinweisen, welches besagt, die zuerst ver\u00f6ffentlichte Arbeit kann per Definition kein Plagiat sein, auch wenn beide Arbeiten zeitgleich verfasst wurden &#8211; wie es hier offenbar der Fall war. Was wir hier sehen, ist, dass wir nichts sehen, obwohl wir etwas sehen. Es handelt sich damit um ein Umkehr von &#8222;Des Kaisers neue Kleider&#8220;. Was wir nicht sehen, ist der b\u00f6se Schein, denn der ist per Definition unsichtbar. Ein solcher Schandfleck l\u00e4sst sich durch kein Privatgutachten der Welt entfernen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An dieser Stelle m\u00f6chte ich aus dem N\u00e4hk\u00e4stchen plaudern. Auch ich habe mich vor vielen Jahren an einer Dissertation versucht, weil ich der Meinung war, dass man durch einen Doktortitel, dem Adelstitel des kleinen Mannes, gewisse Wettbewerbsvorteile erlangen k\u00f6nne. Ich musste dann jedoch leider feststellen, dass der eigene Beitrag, an einem solchen Werk relativ gering ist. Eine moderne Dissertation besteht haupts\u00e4chlich darin, einen \u00dcberblick \u00fcber die Literatur zu erstellen. Das hei\u00dft, man reiht die Meinungen irgendwelcher Autorit\u00e4ten aneinander, die mit einem Fussnotenapparat, der locker die H\u00e4lfte des Seitenumfangs ausmachen kann (<a href=\"https:\/\/t1p.de\/6m6o0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Beispiel<\/a>), zu belegen ist. Im Endeffekt l\u00e4uft es auf eine Form von wissenschaftlicher Echokammer hinaus, die de facto ein einziges &#8222;Plagiat&#8220; darstellt. Das steht im v\u00f6lligen Gegensatz zu klassischen Dissertationen, wie sie noch vor 100 Jahren verfasst wurden. Dort hat der Verfasser allein seine Ansicht der Dinge vorgestellt und diese dann im Anschluss vor einem Expertengremium <em>verteidigt<\/em>. Diese &#8222;Verteidigung&#8220; gibt es auch heute noch, aber sie ist zur Formsache verkommen. Weil mir meine Zeit zu schade war, um Zitate zu sammeln, habe ich das Projekt aufgegeben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Worin besteht nun der Aufh\u00e4nger f\u00fcr sog. &#8222;Plagiatsforscher&#8220;? Stellen Sie sich vor, Sie haben ein Thema gew\u00e4hlt, Ihren Doktorvater davon \u00fcberzeugt, und merken bei der Sammlung der Zitate zu Ihrer v\u00f6lligen \u00dcberraschung, dass dazu bereits alles gesagt wurde und demzufolge gar kein Raum mehr f\u00fcr eine eigene Ansicht besteht. Was macht man in einer solchen Situation? Man gibt das Thema nicht zur\u00fcck, sondern verkauft eine Autorit\u00e4tenmeinung als die eigene, indem man das Zitat wegl\u00e4sst. Ich w\u00fcrde das nat\u00fcrlich niemals tun, Sie auch nicht, aber manche verfahren so. Genau das ist der Angriffspunkt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein \u00f6sterreichischer &#8222;Plagiatsforscher&#8220; will Ungereimtheiten in der Dissertation der Kandidatin erkannt haben. Diese Behauptung konnte nun durch ein Privatgutachten entkr\u00e4ftet werden. Darin hei\u00dft es, die Vorw\u00fcrfe seien unbegr\u00fcndet und h\u00e4tten keine Substanz. 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