{"id":1449,"date":"2014-04-01T10:24:26","date_gmt":"2014-04-01T08:24:26","guid":{"rendered":"http:\/\/ra-domanski.de\/page\/?p=1449"},"modified":"2021-08-03T11:49:37","modified_gmt":"2021-08-03T09:49:37","slug":"prozesskostenrisikoanalyse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/ra-domanski.de\/page\/prozesskostenrisikoanalyse\/","title":{"rendered":"Prozesskostenrisikoanalyse"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">In j\u00fcngster Zeit wird immer wieder der <a href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/finanzen\/recht-steuern\/unternehmensrecht\/prozessrisiko-ist-rechtsberatung-nur-eine-rechenaufgabe\/3404542.html\">Versuch<\/a> unternommen, das Prozesskostenrisiko konkret in Euro und Cent zu beziffern, um auf dieser Basis optimale strategische Entscheidungen treffen zu k\u00f6nnen. Die Bezifferung geschieht regelm\u00e4\u00dfig mit Hilfe einer einfachen Formel:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wert der Forderung = H\u00f6he der Forderung * Chance ihrer Durchsetzbarkeit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein solcher Ansatz greift jedoch an zwei entscheidenden Stellen zu kurz:<\/p>\n<ol style=\"text-align: justify;\">\n<li>Die Wahrscheinlichkeit, mit der die Durchsetzung einer Forderung letztlich gelingen wird, kann im Vorfeld h\u00e4ufig nur gesch\u00e4tzt werden. Dies gilt sowohl f\u00fcr die Durchsetzung der Forderung in ihrer Gesamtheit, als auch f\u00fcr einzelne Elemente der Durchsetzung. Es macht jedoch wenig Sinn, abgesehen von der anspruchsvollen mathematischen \u00dcbung, exakte Ergebnisse auf Basis von inexakten Sch\u00e4tzungen zu ermitteln, weil sich die Unsicherheit der Sch\u00e4tzung als sogenanntes &#8222;Artefakt&#8220; im Ergebnis fortsetzt. Mit anderen Worten, wenn die Annahmen stimmen, dann stimmt auch das Ergebnis, aber ob die Annahmen stimmen, wissen wir nicht.<\/li>\n<li>Es wird regelm\u00e4\u00dfig ausgeblendet, dass gerichtliche Verfahren in Deutschland nicht kostenlos verloren werden. Sollte sich eine Forderung mit einer Wahrscheinlichkeit von immerhin 70% gerichtlich durchsetzen lassen, so hat man dennoch in 30% der F\u00e4lle die Kosten der Niederlage zu tragen. Sollte sich das Verfahren gar \u00fcber mehrere Instanzen ziehen und der Gegner erstmals in der letzten Instanz gewinnen, so k\u00f6nnen die Prozesskosten bisweilen die H\u00f6he der Ausgangsforderung erreichen. Wer nun auf die brilliante Idee kommt, wenigstens die (Fehl-)Urteile der Vorinstanzen im Wege der Amtshaftung abzuwickeln, f\u00fcr den h\u00e4lt der Gesetzgeber eine kleine \u00dcberraschung bereit: Das Richterprivileg des \u00a7 839 Abs. 2 BGB. Der Staat haftet nicht f\u00fcr die Fehler seiner Gerichte. Dieses Risiko tr\u00e4gt der Letztunterliegende voll und ganz. Ob das fair ist, kann dahinstehen, denn es l\u00e4sst sich leider nichts daran \u00e4ndern.<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: justify;\">Konklusion:<br \/>\nEine Forderung hat in Deutschland nur selten den vollen Wert, weil das Prozessrisiko regelm\u00e4\u00dfig gr\u00f6\u00dfer als Null ist und insbesondere die Kosten einer m\u00f6glichen Niederlage prozentual in Abzug zu bringen sind. In vielen F\u00e4llen ist ein Euro vor deutschen Gerichten wirklich nur noch eine D-Mark wert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In j\u00fcngster Zeit wird immer wieder der Versuch unternommen, das Prozesskostenrisiko konkret in Euro und Cent zu beziffern, um auf dieser Basis optimale strategische Entscheidungen treffen zu k\u00f6nnen. 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