Der Fall „Lina E.“, einer Studentin der vorgeworfen wird, u.a. eine kriminelle Vereinigung* gegründet zu haben, bewirkt bei mir ein Deja Vu. Irgendwie kommt mir die Geschichte erstaunlich bekannt vor. Manchmal muss einfach nur ein Nacht darüber schlafen und wacht mit einem Lichtblick auf. Natürlich, das ist die Story aus der Netflix-Serie „Wir sind die Welle„. Die spannende Frage lautet: Was kam zuerst, die Netflix-Serie oder die Anschläge?

Das Buch „Die Welle“ stammt aus dem Jahr 1981 und wurde bereits im Jahr 2008 verfilmt. Die linksextreme Adaption stammt aus dem Jahr 2019. Das wiederum ist verblüffend nahe am eigentlichen Tatgeschehen, denn die Angeklagte soll spätestens ab Herbst 2018 eine hervorgehobene Stellung in der Gruppe innegehabt haben. Einer der ihr vorgeworfen Anschläge hat sich im Oktober 2019 ereignet, also kurz vor Serienbeginn im November. Ob sich das Timing der Gruppe am Timing der Serie ausgerichtet hat, ist natürlich unklar, aber es besteht zumindest eine Korrelation.

Historische Vorbilder gibt es übrigens auch: Die Liste der toten Rechtsextremen in der Weimarer Republik ist lang. Bewirkt hat es offenkundig nichts.

 

* Warum eigentlich nicht die Bildung einer terroristischen Vereinigung i.S.v. § 129a Abs. 2 Nr. 1 StGB?