Weil das Thema gerade in den Medien breitgetreten wird, möchte ich kurz auf zwei Aspekte bei Schülerdemos hinweisen, die aus meiner Sicht bei der Diskussion bislang zu kurz gekommen sind.

1. Schüler befinden sich, wie übrigens Soldaten und Strafgefangene auch, in einem besonderen Gewaltverhältnis. Das heißt, sie können nicht einfach tun und lassen, was sie wollen. Gemäß § 69 Abs. 4 HSchG sind sie zur Teilnahme am Unterricht verpflichtet. Wer vorsätzlich Schulpflichtige durch Missbrauch des Ansehens, Überredung oder andere Mittel dazu bestimmt, die Vorschriften über die Schulpflicht zu verletzen, handelt gemäß § 181 Abs. 2 HSchG ordnungswidrig. Dies kann gem. § 181 Abs. 4 HSchG mit einer Geldbuße geahndet werden. Man kann gegen Demoaufrufe vorgehen, muss aber nicht.

2. Es gibt viele wichtige Anliegen, für die sich demonstrieren ließe:
– freitags demonstrieren Schüler für das Klima
– donnerstags demonstrieren Schüler gegen Krieg
– mittwochs demonstrieren Schüler gegen Hunger in der Dritten Welt
– dienstags demonstieren Schüler für die Gleichbehandlung von Frauen
– montags demonstrieren Schüler gegen Unterrichtsausfall