Weil das Thema gerade in den Medien breitgetreten wird, möchte ich kurz auf zwei Aspekte bei Schülerdemos hinweisen, die aus meiner Sicht bei der Diskussion bislang zu kurz gekommen sind.

1. Schüler befinden sich, wie übrigens Soldaten und Strafgefangene auch, in einem besonderen Gewaltverhältnis. Das heißt, sie können nicht einfach tun und lassen, was sie wollen. Gemäß § 69 Abs. 4 HSchG sind sie zur Teilnahme am Unterricht verpflichtet. Wer vorsätzlich Schulpflichtige durch Missbrauch des Ansehens, Überredung oder andere Mittel dazu bestimmt, die Vorschriften über die Schulpflicht zu verletzen, handelt gemäß § 181 Abs. 2 HSchG ordnungswidrig. Dies kann gem. § 181 Abs. 4 HSchG mit einer Geldbuße geahndet werden. Man kann gegen Demoaufrufe vorgehen, muss aber nicht.

2. Es gibt viele wichtige Anliegen, für die sich demonstrieren ließe:
– freitags demonstrieren Schüler für das Klima
– donnerstags demonstrieren Schüler gegen Krieg
– mittwochs demonstrieren Schüler gegen Hunger in der Dritten Welt
– dienstags demonstieren Schüler für die Gleichbehandlung von Frauen
– montags demonstrieren Schüler gegen Unterrichtsausfall

 

Update (22.06.2019): Was von mir offensichlich als Scherz gemeint war, wird nun von dem ehemaligen Justizminister Heiko Maas vorschlagen.

Update (18.07.2019): Der erste Bußgeldbescheid ist raus. Gegen die Eltern geht man vor, gegen die NGO natürlich nicht (Opportunitätsprinzip). Damit wird das Problem vom Staat auf die Familie verlagert. Eltern müssen nun ihren fanatisierten Kindern erklären, warum die Rettung der Welt noch nicht einmal 88,50 € kosten darf. Schaffen sie es nicht, klingelt die Kasse. An dieser Stelle könnte man auch mal über den optimalen Marktpreis nachdenken.

Update (19.07.2019): Nach „umfassender Prüfung“ hat man sich offenbar entschlossen zurückzurudern und die Bescheide aufzuheben.

Update (01.12.2019): #Ausrede
Ich bin von einer 1er Schülerin zu einer 4er Schülerin geworden…. fürs Klima.

Update (12.12.2019): Heute bin ich zufällig auf eine Meldung in der Welt aus dem Jahre 2000 gestoßen. Diese Bemühungen waren wohl vergebens.