Die neuste „geniale Idee“ im Rahmen der Digitalisierung besteht in sog. „Online-Prüfungen“. Die Prüflinge schreiben die Tests einfach von zuhause aus. Das Problem dabei ist jedoch, dass Betrugsversuchen mangels physischer Präsens des Aufsichtspersonal damit Tür und Tor geöffnet wird. Wer die aktuelle Entwicklung im Online-Schach beobachtet, dürfte diesbezüglich einen guten Eindruck von Wunderwelt der technischen Möglichkeiten haben. Ärgerlicherweise ist das ein spezielles Zusatzwissen, über das natürlich nicht jeder verfügt, der irgendwelche juristischen Gutachten verfasst. So kam der Landesdatenschutzbeauftrage Baden-Württembergs neulich zu der Erkenntnis, dass der Überwachung der Prüflinge enge Grenzen gesetzt seien.

Damit mag er sogar richtig liegen. Das heißt jedoch nicht, dass man die Überwachung zurückschraubt, sondern sollte vielmehr dazu führen, solche „Online-Prüfungen“ unter keinen Umständen zuzulassen. In dem Moment, in dem Beschiss problemlos möglich ist, wird beschissen, was das Zeug hält. Das liegt daran, dass für die Prüflinge einfach viel zuviel auf dem Spiel steht. Der Ehrliche ist am Ende – wie so oft – der Dumme. Die Interessenlage ist übrigens dieselbe, wie in einem Spielcasino, wo Betrüger täglich versuchen, mit unlauteren Methoden die Bank zu sprengen. Das ist nichts für Amateure.

Dass derzeit natürlich mal wieder irgendwelche NGOs sog. „strategische Klagen“ vorbereiten, liegt auf der Hand.

P.S.: Egal wie gut die Videoüberwachung ist, bestimmte Gadgets lassen sich nur durch Aufsichtspersonal entdecken. Das sollte die Diskussion beenden.