Heutzutage gibt es leider sehr viele Bürger, die anscheinend aufgrund ihrer an Desinformation grenzenden Schulbildung nicht wissen, dass das Dritte Reich und die Sowjetunion extrem viele Überschneidungen hatten. Hitler und seine Helfer hatten nämlich nicht nur massiv beim Kollegen Mussolini abgekupfert, sondern noch viel massiver beim Genossen Stalin. Eines der vielen Beispiele ist die Propaganda, die bisweilen auf identischen Motiven basierte. Ein weiteres Beispiel ist die Einführung des sog. Arbeitsbuches, das neuerdings über Umwege wieder in den öffentlichen Diskurs gelangt ist.

In Band 26 der Werke Lenins findet sich folgende Passage:

„Ein Arbeitsbuch hat jeder Arbeiter. Dieses Dokument erniedrigt ihn nicht, wenn es auch heute zweifellos ein Dokument der kapitalistischen Lohnsklaverei ist, ein Zeugnis dafür, daß der werktätige Mensch diesem oder jenem Schmarotzer gehört. Die Sowjets werden das Arbeitsbuch für die Reichen und dann allmählich auch für die ganze Bevölkerung einführen (in einem Bauernland wird das Arbeitsbuch wahrscheinlich auf lange Zeit hinaus für die überwiegende Mehrheit der Bauernschaft unnötig sein). Das Arbeitsbuch wird aufhören, ein Kennzeichen des „gemeinen Volkes“, ein Dokument der „niederen“ Stände, ein Zeugnis der Lohnsklaverei zu sein. Es wird ein Zeugnis dafür werden, daß es in der neuen Gesellschaft keine „Arbeiter“ mehr gibt, dafür aber auch niemand, der nicht Arbeitender wäre. Die Reichen müssen ihr Arbeitsbuch von dem Arbeiter- oder Angestelltenverband bekommen, dem ihr Tätigkeitsgebiet am nächsten liegt, sie müssen allwöchentlich oder in anderen bestimmten Zeitabschnitten von diesem Verband bescheinigt erhalten, daß sie ihre Arbeit gewissenhaft ausführen; ohne diese Bescheinigung können sie keine Brotkarte und überhaupt keine Lebensmittel beziehen.“

Genau das gab es im Dritten Reich natürlich auch. Wohl in Anlehnung an die sowjetische „Arbeitsarmee“ wurden zur Mobilisierung der Arbeitskräfte im Jahre 1935 der Reichsarbeitsdienst gegründet und auch das berühmt berüchtigte Arbeitsbuch eingeführt.

 

 

Der Reichsarbeitsdienst wurde 1945 vom Alliierten Kontrollrat aufgelöst. In der DDR, die sich zur Verleugnung der offenkundigen Parallelen der Systeme nur durch einen zum Fanatismus gesteigerten Etikettenschwindel (Antifaschismus) helfen konnte, blieb das Arbeitsbuch noch bis ins Jahr 1967 erhalten.

 

 

In der Bundesrepublik Deutschland ist die Zwangsarbeit durch Art. 12 GG grundsätzlich verboten, es gibt allerdings Ausnahmen. Bemerkenswert ist insoweit auch die relativ neue Norm § 16i Abs. 3 SGB II, die sogar explizit von einer „Zuweisung“ von Erwerbsfähigen an bestimmte Arbeitgeber spricht.

 
P.S.: Dass der Kommunismus weder für Reiche noch für Drückeberger ein Schlaraffenland ist, zeigt auch noch ein anderes Zitat Lenins:

„Jeder soll Brot haben, alle sollen feste Schuhe und ordentliche Kleidung tragen, eine warme Wohnung haben, gewissenhaft arbeiten; kein einziger Gauner (auch keiner von denen, die sich vor der Arbeit drücken) darf frei herumspazieren, sondern muß im Gefängnis sitzen oder schwerste Zwangsarbeit verrichten; kein einziger Reicher, der die Regeln und Gesetze des Sozialismus verletzt, darf dem Schicksal des Gauners entgehen, das mit Recht das Schicksal des Reichen werden muß. „Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen!“ – das ist das praktische Gebot des Sozialismus.“

Nach der Machtübernahme durch DIE LINKE ist damit zu rechnen, dass auch Antifa-Aktivisten, „Autonome“, Hausbesetzer, Sozialwissenschaftsstudenten im 35. Semester und der Rest der üblichen Verdächtigen einer „nützlichen“ Tätigkeit zugeführt werden wird. Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen!