Nachdem die deutsche Nationalmannschaft im einem speziell bemalten Flugzeug angereist war und vor dem Spiel – unter strenger Beobachtung der Bundesinnenministerin stehend – ihre politischen Gesten gemacht hat, gab es gegen Japan leider eins auf die Mütze. Damit stellt sich die Frage, ob wir eigentlich die einzigen sind, die sich bei diesem Turnier vor aller Augen zum Affen machen. Nein, wir sind nicht die einzigen, auch die englische Nationalmannschaft wird von Funktionären hinter verschlossenen Türen unter Druck gesetzt, vor Spielbeginn politische Statements anzugeben. Die Sportler der restlichen Nationen dürfen einfach nur Fussball spielen. Bei einer Fussball-WM geht es nicht um einen Regimechange, sondern um Fussball.

Bei dieser WM gibt es anscheinend auch noch eine andere Entwicklung: Die deutsche Presse kritisiert offenbar nicht mehr das Zeigen der Nationalflagge. Im Gegenzug feiert man das Zurschaustellen einer postmodernen Parteiarmbinde. Es erinnert irgendwie an früher, nur halt komplett auf den Kopf gestellt.