Geben Sie es zu, Sie hatten trotz aller Bedenken um Ihren CO2-Abdruck noch mal Fünfe gerade lassen wollen und einen schönen Urlaubsflug gebucht. Dann kommt Ihnen die Bundesregierung mit dem neusten Klimaschutzpaket in die Quere und direkt im Anschluss geht Thomas Cook Pleite. Das wäre ja noch zu verschmerzen gewesen, denn Thomas Cook ist ein britisches Unternehmen, und was kümmert uns schon der Brexit? Doch nun kommt gleich die nächste Hiobsbotschaft, denn die Briten hatten sich zuvor auch noch Condor, Neckermann und sogar Ögertours unter den Nagel gerissen. Die sind damit natürlich auch allesamt über die Wupper gegangen, inklusive ihrer Arbeitsplätze. Das kommt davon, wenn man für(!!) Steuererhöhungen demonstriert.

Genug der realen Satire, Sie wollen wissen, was mit Ihrem Geld ist, denn Sie haben irgendwo mal gelesen, dass man als Insolvenzgläubiger bestenfalls auf eine Kompensation in Höhe von 3% hoffen kann. An dieser Stelle kommt die gute Botschaft: Sie könnten Glück gehabt haben, denn in Brüssel hat man sich eine Richtlinie einfallen lassen, der wir den § 651r BGB zu verdanken haben. Danach müssen Reiseveranstalter eine Insolvenzversicherung abschließen. Bei den entsprechenden Versicherern dürften gerade keine Sektkorken knallen, denn sie haben eine 110 Millionen Euro Wette verloren.

Etwas für die Freunde der Homöopathie: Ihr individueller Anteil am CO2-Ausstoß beträgt 0,00000000000083113290895687001995550114405445%.
Wie komme ich darauf? 0,023 x 0,03 x 1/83019213 = 8,3113290895687001995550114405445e-12. Das ist natürlich nur der Durchschnitt pro Kopf.

Wenn Sie wegen der Insolvenz nicht in den Urlaub fliegen, können Sie später auch nicht von einem peruanischen Bauern verklagt werden, weil Sie ihm das Klima vermiest haben. Dann müssen auch keine OLG-Richter zur Ortsbesichtigung nach Peru fliegen, und der Teufelskreis wird endlich unterbrochen.

 

Update (01.10.2019): Offenbar lief das Geschäft nicht so schlecht für Thomas Cook, denn der Schaden übersteigt die Deckungssumme.