Mit der Begründung deutsche Mitarbeiter seien zu teuer, will Opel, d.h. natürlich der französische Mutterkonzern, Arbeitsplätze von Rüsselsheim nach Marokko verlagern. Warum gerade Marokko? Weil die Beziehungen Frankreichs zu den Maghrebstaaten dringend verbessert werden müssen. Das lässt sich am einfachsten auf Kosten Deutschlands bewerkstelligen, denn wenn hier die Arbeitslosenzahlen steigen, interessiert das in Paris natürlich niemand.

Kurzer Rückblick: Während der Weltwirtschaftskrise, die durch Spekulanten in den USA ausgelöst wurde, griff sich General Motors den damals größten deutschen Autobauer, die Opel-Werke. Schon zwei Jahre später hatte sich wie durch ein Wunder die Belegschaft reduziert und die Produktion war auf 20.000 Fahrzeuge pro Jahr zurückgegangen. Im Dritten Reich lief die Produktion zwar wieder an, aber das Unternehmen blieb fast schon überraschend im Eigentum der Amerikaner. Nach Kriegsende wurde dann nach kurzer Unterbrechung auch wieder munter weiterproduziert, d.h. die deutschen Arbeiter erhielten ihren Arbeitslohn, und die Amerikaner fuhren die ganzen Gewinne ein, wie es sich gehört. Dieser amerikanische Goldelsel lief mehr oder weniger erfolgreich bis zur nächsten, durch Spekulanten in den USA ausgelösten, Weltwirtschaftskrise. Opel sollte abgestoßen werden, doch irgendwie scheiteren die Übernahmegeversuche von FIAT, einem kryptischen Trust namens Magna und den Chinesen. Seit 2010 dürfen die Franzosen von Peugot ihr Glück mit Opel versuchen, und die machen das, was die Herren von Aventis schon mit der Hoechst AG getan haben, das Unternehmen langsam aber sicher zu zerschlagen. Die deutschen Arbeitnehmer sind natürlich völlig egal, wie Fremdenlegionäre egal sind, Hauptsache keine Franzosen kommen zu Schaden.

Wie kommt man zu einer solch nüchternen Beurteilung der Vorgänge? Man darf sich nicht der Illusion hingeben, die Konkurrenten agierten wohlwollend. Wenn man das gesamte 20. Jahrhundert und das beginnende 21. Jahrhundert als weltweiten Wirtschaftskrieg ansieht, erklärt sich fast alles wie von selbst. Der größte Verlierer dieses Wirtschaftskrieges ist Deutschland, und demzufolge hat Deutschland auch die mit Abstand größten Nachteile zu tragen.