Leider gehen der Nachkriegsjustiz so langsam die Täter aus. Die WELT berichtet, dass man derzeit prüfe, ob nicht vielleicht neue potentielle Angeklagte zur Aburteilung zur Verfügung stehen. Wenn man sich als interessierter Leser das Foto des Stalag 326 anschaut, darf man unter keinen Umständen den groben Fehler machen, dabei an ähnliche Fotos zu denken, wie z.B. dieses. Zwar werden auf beiden Fotos Kriegsgefangene in menschenunwürdiger Bodenhaltung gezeigt, aber die einen sind die Guten und die anderen sind nach herrschender Meinung Verbrecher. Es gibt keine Gleichheit im Unrecht.

Apropos: Selbstverständlich müssen sich die Wachsoldaten der Alliierten nicht für das Befolgen ihrer Befehle vor deutschen Gerichten verantworten.

Dies steht in Teil 1 Artikel 3 Abs. 2 des Überleitungsvertrages von 1954:

Soweit nicht in Absatz (3) dieses Artikels oder durch besondere Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und den Regierungen der Drei Mächte oder der betreffenden Macht etwas anderes bestimmt ist, sind deutsche Gerichte und Behörden nicht zuständig in strafrechtlichen oder nichtstrafrechtlichen Verfahren, die sich auf eine vor Inkrafttreten dieses Vertrags begangene Handlung oder Unterlassung beziehen, wenn unmittelbar vor Inkrafttreten dieses Vertrags die deutschen Gerichte und Behörden hinsichtlich solcher Handlungen oder Unterlassungen nicht zuständig waren, ohne Rücksicht darauf, ob sich diese Unzuständigkeit aus der Sache oder aus der Person ergibt.

Ein Klageverbot gibt es auch noch bezüglich der Geltendmachung möglicher Schadensansprüche, vgl. Teil 9 Artikel 1:

Vorbehaltlich der Bestimmungen einer Friedensregelung mit Deutschland dürfen deutsche Staatsangehörige, die der Herrschaftsgewalt der Bundesrepublik unterliegen, gegen die Staaten, welche die Erklärung der Vereinten Nationen vom 1. Januar 1942 unterzeichnet haben oder ihr beigetreten sind oder mit Deutschland im Kriegszustand waren oder in Artikel 5 des Fünften Teils dieses Vertrags genannt sind, sowie gegen deren Staatsangehörige keine Ansprüche irgendwelcher Art erheben wegen Maßnahmen, welche von den Regierungen dieser Staaten oder mit ihrer Ermächtigung in der Zeit zwischen dem 1. September 1939 und dem 5. Juni 1945 wegen des in Europa bestehenden Kriegszustandes getroffen worden sind; auch darf niemand derartige Ansprüche vor einem Gericht der Bundesrepublik geltend machen.

Diese Passagen gelten auch heute noch, denn es wurde so in einem Notenaustausch von der Bundesrepublik Deutschland einseitig zugesichert.