Nach der gestrigen Richtungsentscheidung in der CDU, die trotz aller inhaltlichen Übereinstimmungen zumindest nach außen hin als solche dargestellt wurde, dürfte mit Friedrich Merz der letzte große Transatlantiker entmachtet worden sein. Dazu muss man wissen, dass es in der Union traditionell zwei starke Strömungen gibt: Die Gaullisten und die Atlantiker. Den einen schwebt eine Neuauflage des alten Rheinbunds vor, die anderen vertreten nach zwei verlorenen Kriegen gegen die USA das Motto „If you can’t beat them, join them“. Wen man in der CDU allerdings mit der Lupe suchen muss, sind Vertreter deutscher Interessen, denn es herrscht insoweit Konsenz, dass eine Unterwerfung per se vorteilhaft sei, weil so Bomber Harris fernbliebe. Strauß brachte das Dilemma mit der Gretchenfrage nach der Rolle Deutschlands auf den Punkt, denn der Preis der Kollaboration mit den ehemaligen Gegnern war hoch.

Während Merz die Sorge um die Transferunion plagte, reiste sein Kontrahent schon mal nach Paris zu einem informellen Treffen, wo zuvor bereits Habeck empfangen worden war. Ob Merz eine Audienz bekommen hätte, ist zu bezweifeln. Spätestens an dieser Stelle sollte klar werden, wie der Hase läuft: Es geht voll in Richtung EU/UN, daneben genießen französische Interessen weiterhin den Vorzug, rein deutsche Interessen kommen, wie immer, zuletzt. Das Ergebnis wird ein völliger Umbau der Gesellschaft sein, durch den man sich in eine sozialistische Durchschnittsgesellschaft verwandeln möchte. Je mehr Unmut sich darüber in scheinbar systemkritischen Bewegungen und dubiosen Parteien kanalisiert, desto stärker lässt sich dieser Prozess beschleunigen.

 
Nachtrag: Der Mann hinter Laschet. Mutter aus der Bretagne, Studium in Bonn und Paris. Keine weiteren Fragen.

Nachdem die Gaullisten den Machtkampf in der CDU gewonnen haben, müssen nur noch die Atlantiker aus Bayern überzeugt werden.