Das ZDF hat das Ergebnis einer Studie eines Hamburger Physikprofessors für fragwürdig erklärt, nicht zuletzt weil dieser sich auf „fragwürdige“ Quellen, wie z.B. den Focus, gestützt habe. Focus hin oder her, ich halte diese Studie aus anderen Gründen für fragwürdig: Sie liest sich wie ein Themenaufsatz aus der Schule, der in einer Auswahl ausgesuchter Studien gipfelt, die per cut&paste angeklebt wurden. Das wird als interdisziplinärer wissenschaftlicher Ansatz verkauft. Man stelle sich vor, die Staatsanwaltschaft würde in einer Anklage wegen § 20 KrWaffKontrG mit einer solchen „Beweiskette“ aufwarten.

Wir haben es hier de facto mit einem Kriminalfall zu tun, der nur mit kriminalistischen Mitteln aufgeklärt werden kann. Dazu gehört es nicht, irgendwelche Sekundärquellen auszuwerten, oder „Kommunikation mit internationalen Kollegen“ zu betreiben (vgl. S. 3). Da muss ein Team Forensiker anrücken und das Labor untersuchen. Wenn dort nichts zu finden ist, keine Zeugen aufzutreiben sind und auch kein Sachverständiger ein entsprechendes Gutachten erstellen kann, hat man leider „aus Mangel an Beweisen“ Pech gehabt. Ist der Professor nicht ein Sachverständiger? Nein, er wurde nicht dazu bestellt.

Einen Trick möchte ich noch erwähnen, der in dem Klassiker „Zeugin der Anklage“ angewendet wurde. Eine offenkundig angreifbares Beweismittel der Anklage bedeutet nicht, dass der Angeklagte auch wirklich unschuldig ist. Auch wenn diese Studie methodisch unhaltbar ist, kann ihr Ergebnis zutreffen.