Am Ende war die Geschichte dann doch deutlich knapper als erwartet.

Durchaus bemerkenswert war das Abstimmungsverhalten einzelner EU-Mitgliedsstaaten:

Großbritannien stimmt dafür, obwohl man in Anbetracht des Brexits eigentlich eine Enthaltung erwarten sollte.
Von den Visegrad-Staaten stimmen Ungarn und Tschechien dafür, Slowenien enthält sich, und Polen stimmt dagegen.
Österreich und Dänemark sind zwar politisch rechts von der Mitte ausgerichtet, dennoch stimmen beide Staaten dafür.
Italien stimmt erwartungsgemäß dagegen, Schweden, Finnland, die Niederlande und Luxemburg überraschenderweise auch.
Dass die Bundesrepublik Deutschland dafür stimmt, war klar, denn immerhin war man eine, bzw. die zentrale Triebfeder.

Die EU-Mitgliedsstaaten haben nun zwei Jahre Zeit, um die Richtlinie umzusetzen. Große Überraschungen sind jedoch nicht zu erwarten.

Nach Sinn und Zweck der Richtlinie sollen die Plattformbetreiber das Risiko dafür tragen, dass ihnen aufgrund technischer Unzulänglichkeiten eine Urheberrechtsverletzung durch den Filter rutscht, und sie den Uploader aus irgendwelchen Gründen nicht in Regress nehmen können, z.B. weil er vermögenslos ist. Es wäre daher das Mindeste, dieses finanzielle Risiko bei der Neufassung des Urheberrechts entsprechend § 97a UrhG zu deckeln.