Die zentrale Strategie der sog. „Rechtspopulisten“ besteht darin, dem „herrschenden System“ Doppelmoral vorzuwerfen. Mit anderen Worten, vieles, was am Dritten Reich kritisiert wird, macht die Bundesrepublik Deutschland bedenkenlos selbst. Das wohl deutlichste Beispiel ist die nachträgliche Aufhebung der Verjährung für Mord, um Naziverbrecher auch über das Jahr 1979 hinaus bestrafen zu können. Diese Durchbrechung des Rückwirkungsverbots war im Kern nichts anderes, als ein Lex van der Lubbe, nur diesmal angeblich ethisch und moralisch geboten. Vermutlich waren in Wirklichkeit die üblichen Sachzwänge ausschlaggebend. Dass damals rein zufällig im Fernsehen die Serie „Holocaust – Die Geschichte der Familie Weiss“ ausgestrahlt wurde, würde ich allerdings eher als flankierende Propaganda des WDR bewerten. Man schaffte so einen passenden Aufhänger für den veröffentlichten Diskurs.

Ein aktuelles Beispiel ist die Bewertung dieses Vorfalls in Großbritannien. „Black lives matter“ ist wundervoll, die analoge Aussage ist rassistisch!

Wir kann das sein?

Die Antwort liegt in der Diktatur des Proletariats. Im Kommunismus spielt die Ansicht der Bourgeoisie – des Bürgertums – keine Rolle. Es zählt nur die Meinung des Proletariats, der Unterschicht. Damit gibt es im Kommunismus auch keine Doppelmoral, sondern nur eine Moral, die Moral der Proletarier. Der Trick besteht nun darin, diese Moral nicht allein auf deutsche Proletarier zu reduzieren, sondern die Proletarier aller Länder, auch die der Dritten Welt, zu vereinigen. Dazu nutzt man die Vereinten Nationen. Der Generalsektretär ist nicht zufällig der ehemalige Vorsitzende der Sozialistischen Internationale.

Weil nur noch die Meinung des Proletariats und deren Sklavenmoral zählt, braucht man der Gegenansicht und deren Moral gar nicht mehr zuzuhören. Idealerweise schaltet man sie einfach aus, wie Opa und Oma früher pflichtbewusst die Störsender mit alliierter Feindpropaganda ausschaltetet haben. Dass sich zumindest ein Teil der Feindpropaganda hinterher als wahr herausstellen wird, konnte man damals nicht ahnen. Außerdem lässt sich dieses Problem leicht beheben. Wofür bezahlt man Historiker? Bestimmt nicht für die Wahrheit. Wofür bezahlt man Theologen? Nicht dafür, dass Gott tot sei.