So lautet zumindest die Überschrift bei t-online. Dass Geld die Welt regiert, hat man irgendwie geahnt, aber dass die Bundesbank neuerdings über das Rentenalter entscheidet, ist mir neu. Ich habe lange im Grundgesetz gesucht, aber nichts gefunden. Vielleicht kann mir ein Leser auf die Sprünge helfen.

Anyways, in Deutschland arbeitet man – ab Jahrgang 1964 – im EU-Schnitt am längsten, bekommt die geringste Rente und zahlt die zweithöchsten Steuern. Trotzdem hat die Bundesrepublik Deutschland Staatsschulden in Höhe von zwei Billionen Euro. Wo ist eigentlich das ganze Geld geblieben?

Dazu gibt es sogar eine Antwort. Die hat Helmut Schmidt in einer Podiumsdiskussion mit Wolfgang Schäuble bei der Zeit gegeben: Deutschland exportiert Waren und bekommt dafür Papier. Das ist so, weil US-Präsident Nixon im Jahre 1971 die Goldbindung des US Dollar aufgehoben hat. Seither bezahlen die USA für deutsche Waren mit ihrem guten Namen, und die BRD musste sich im Hinblick auf diese Forderungen durch Kreditaufnahme refinanzieren. Das ist übrigens auch bei China der Fall, mit dem Nixon zur selben Zeit diplomatische Beziehungen und wenig später Handelsbeziehungen aufnahm. China war bis noch vor kurzem der größte Gläubiger der USA, verkaufte dann massiv US-Anleihen, bleibt aber dennoch drittgrößter Schuldner der Welt.

Wir können somit festhalten: Deutschland, Japan und China exportieren zwar wie die Weltmeister, haben aber im Ergebnis nichts als Schulden. Das ist so ähnlich wie beim Wirt, der seine Kunden anschreiben lässt, und sich über seinen Umsatz freut. Für diese Schulden muss der Staat Zinsen zahlen, und deshalb müssen deutsche Arbeitnehmer eines Tages bis 70 durchhalten. Damit erklärt sich auch, warum diese Forderung von der Bundesbank kommt.

 

Update (01.11.2019): Thematisch passend ist die Meldung des Finanzministeriums zum Steueraufkommen bei Rentnern. Wo ist das Geld geblieben?