Wie der Tagesspiegel berichtet hat nun eine britische Forscherin, eine sog. „Expertin“, schwere Vorwürfe erhoben. Die darf das auch, weil sie offenkundig keiner EU-Zensur unterliegt. Es soll angeblich bereits 24 Stunden vorher bekannt gewesen sein, wo die „tödlichste Naturkatastrophe seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs“ einschlagen wird. Man beachte die Formulierung, denn die Überschwemmung nach der Bombadierung der Edertalsperre durch die Briten, wird in England anscheinend als Naturkatastrophe gewertet. So kann man sich die sog. „Kollateralschäden“ auch schönframen.

Anywas, britische Propagandalügen beiseite, wenn das stimmt, ist es mindestens fahrlässige Tötung, eher schlimmer. Dabei kann man sich dogmatisch übrigens dieselben Gedanken über die Abgrenzung zwischen bewusster Fahrlässigkeit und bedingtem Vorsatz machen, die man neuerdings so gerne bei den sog. „Raserfällen“ anstellt. Nur hier war von Anfang an klar, dass es „nicht gut gehen wird“, denn es ist der Sinn von Frühwarnsystemen, genau diese Fälle zu erfassen. Da werden wohl einige postmoderne „Goldfasane“ in Erklärungsnot kommen, und es wird zu gegenseitigen Schuldzuweisungen führen.

Zudem gibt es auch noch eine weitere Problematik, nämlich die der Staatshaftung. Dazu existiert sogar ein Urteil des BGH (Merke: Zivilrechtsweg) aus dem Jahre 2004, in dem die obersten Richter eine Haftung – selbstverständlich – verneint haben. Das Landgericht hatte übrigens noch in erster Instanz stattgegeben, aber vermutlich einfach übersehen, dass damit ein exorbitantes Haftungspotential entsteht, das potentiell zum Staatsbankrott führen kann, und das geht natürlich nicht. Da muss man auch mal Fünfe gerade sein lassen. Nicht wahr?

Nachtrag: Und da sind sie auch schon, die gegenseitigen Schuldzuweisungen. Es ist nunmal ein absoluter Klassiker.