Die CSU ist auf die geniale Idee gekommen, ein „Sales Playbook“ zu veröffentlichen. Die sog. „Einwandbehandlung“ ist aus dem Vertrieb, insbesondere dem Telefonmarketing, bekannt. Das Gesamtkonzept basiert jedoch auf dem Two-Step-Flow-Modell von Paul Lazarsfeld. Das Playbook richtet sich an sog. „private Meinungsführer“, die mit guten Argumenten versorgt werden, die sie in ihrem privaten Umfeld zum Einsatz bringen sollen. Dass die CSU zu klassischen Propagandamethoden greift, ist ganz witzig, weil man noch zuvor relativ erfolglos versucht hat, in den sozialen Medien Influencer aufzubauen.

In der Sache werden gegen jeden politischen Mitbewerber quasi die Top-10 der Gegenargumente vorgetragen. Was fehlt, sind 10 Argumente, warum man die Union wählen sollte. Ich kann dies jedoch nicht kritisieren, denn es entspricht letztlich meiner eigenen Empfehlung. Es reicht, den Eindruck zu erzeugen, dass die anderen das größere Übel sind. Den guten Herrn Nüßlein, die Amigos, und wer oder was sonst noch so alles tief im Korruptionssumpf der CSU versteckt ist, die seit ihrer Gründung bis zum Anschlag im Rektum der „transatlantischen Partner“ steckt, blenden wir an dieser Stelle besser aus.

P.S.: Was das geringere Übel anbetrifft, zeigt die FDP allen, wie es funktioniert. Die werden überhaupt nur deshalb gewählt, weil sie vorhanden sind. Dabei sind sie früher mal ganz anders aufgetreten. Damals stand Freiheit nicht für „frei von Profil„, sondern noch für die „Befreiung vom Besatzungsrecht“. Die Parteispitze bestand damals allerdings auch noch aus Ritterkreuzträgern. Man beachte ferner das Parteisymbol mit dem Adler, der nach rechts schaut.