Im Internet findet man bisweilen die absurdesten Behauptungen: Hier hat es z.B. jemand geschafft auf eine reale Steuerbelastung von 70% zu kommen. Die Berechnung erscheint simpel: 42% Spitzensteuersatz + 9% Kirchensteuer + 19% Umsatzsteuer = 70% Steuerbelastung.

Wo liegt der Fehler?

Der Fehler liegt nicht darin, dass als Rechnungsposten die Kirchensteuer auftaucht, denn die Kirchensteuerpflicht ist der Normalfall. Der Fehler liegt in dem Unterschied zwischen unversteuertem und versteuertem Einkommen. Man kann die unterschiedlichen Steuern nicht einfach addieren.

Wenn Sie von Ihrem Einkommen 42% + 9% Kirchensteuer abführen, dann verbleiben Sie mit einem Resteinkommen von 49% nach Steuern. Von diesem versteuerten Einkommen zahlen Sie dann nochmal 19% Umsatzsteuer. Das heißt, von den 49% verbleiben Ihnen noch 81%, und das sind nach Adam Riese 39,69%. Nun zahlt nicht jeder den Spitzensteuersatz und auch nicht immer die vollen 19% Umsatzsteuer, aber die Berechnung stimmt zumindest.

Im Ergebnis liegen die reale (Spitzen-)Steuerlast damit nicht bei 70%, sondern lediglich bei schlappen 60,31%. Ergo, da geht noch was.

CO2-Steuer gefällig? Geben Sie es zu: Sie wollen es doch auch!